Informationen für durch fehlerhafte Silikon-Brustimplantate geschädigte Patientinnen („PIP“)

 

1.        Welche Implantate sind betroffen?

 

Nach Information des in Deutschland für Medizinprodukte zuständigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) handelt es sich um die von der Firma „Poly Implant Protheses“ (PIP) hergestellte Brustimplantate aus Frankreich, wobei die meisten mit Silikongel befüllt wurden, das nicht für den Einsatz in medizinischen Produkten geeignet war („Industriesilikon“). Die französische Medizinprodukte-behörde Afssaps hatte bereits am 01.04.2010 die weitere Vermarktung und Verwendung der seit 2001 weltweit vertriebenen Implantate verboten, nachdem Ende 2009 eine anormale Zunahme von Rissen in den Implantaten beobachtet wurde. In der Folge wurden die Implantate untersucht, wobei entdeckt wurde, dass die Implantate nicht mit dem hierfür spezifizierten Silikongel befüllt waren.

 

Am 21.06.2010 erfolgte der Hinweis der niederländischen Gesundheitsbehörde, dass die von der Firma „Rofil Medical Nederland B.V.“ vertriebenen  Brustimplantate des „M-Standards“ mit den Implantaten der Firma PIP identisch seien. Das BfArM teilte daraufhin am 24.06.2010 mit, daß die Implantate der Firma Rofil mit der Modellbezeichnung „IMGHC-TX, IMGHC-MX und IMGHC-LS“ ebenfalls fehlerhaft sind bzw. sein können.

 

Vor wenigen Tagen, am 26.01.2012, erweiterte das BfArM seine Warnung auf Produkte  der früheren Firma GfE Medizintechnik GmbH, die im Zeitraum von September 2003 bis August 2004 Brustimplantate unter dem Namen „TiBREEZE“ in Verkehr gebracht hatte, die unter Verwendung von Komponenten der Firma PIP, insbesondere dem Silikongel, hergestellt worden waren.

 

2.        Wie kann man feststellen, ob man betroffen ist?

 

Sofern Sie bei Ihrem Arzt einen „Produktpass“ oder Implantatpass bekommen haben, können Sie diesem erste Informationen entnehmen. Sicherer ist es, wenn Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung setzen und dort sämtliche diesbezüglichen Informationen einholen. Zusätzlich sollten Sie sich eine Kopie der Behandlungsunterlagen mit dem Operationsbericht und den verwendeten Materialien anfertigen lassen. Der Arzt hat Anspruch auf Erstattung der Kopierkosten. Die Kopie der Behandlungsunterlagen dient auch der Vorbereitung einer eventuellen Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld (siehe 5.).

 

3.        Was ist zu tun, wenn Sie betroffen sind?

 

Das BfArM hat in seiner Empfehlung vom 06.01.2012 geraten, „…daß die betroffenen Implantate als Vorsichtsmaßnahme entfernt werden sollen. Wie dringend eine Entnahme im Einzelfall ist, hängt wesentlich davon ab, wie lange die Patientin das Implantat bereits trägt. Das sollte deshalb vor jeder Operation zwischen Arzt und Patientin besprochen werden.“ (BfArM vom 06.12.2011)

 

Für den Fall, dass Sie betroffen sind, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen und die Frage der Dringlichkeit der Entnahme bzw. Auswechslung der Implantate besprechen.

 

4.        Wer zahlt die Kosten der Operation?

 

War die Implantation der Silikonkissen medizinisch notwendig, beispielweise bei einem Brustaufbau nach einer Mastektomie (Entfernung der Brust bzw. der Brustdrüse nach Brustkrebs), so übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten der Operation zur Entfernung bzw. den Austausch der Implantate.

 

Handelte es sich hingegen um eine rein aus ästhetischen Gründen erfolgte Implantation der Silikonkissen („Schönheitsoperation“), ist die Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen nicht sicher. Wurde die Erstoperation nicht bezahlt, da keine medizinische Notwendigkeit des Brustaufbaus mit Implantaten vorlag, ist mit der Übernahme der Kosten für die jetzige Operation nicht unbedingt zu rechnen. Sie sollten in jedem Fall Ihre Krankenkasse hierzu ansprechen, ob und wenn ja unter welchen Voraussetzungen die Kosten übernommen werden. Sofern eine Übernahme dieser Kosten nicht erfolgt, können Sie diese als Schadensersatz geltend machen (siehe 5.).

 

 

5.        Bekomme ich für Verdienstausfall, die Operationskosten, die Schmerzen             eine Entschädigung?

 

Sie haben das Recht, Ihre Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend zu machen. Dies erfolgt zunächst außergerichtlich im Wege eines Vergleichsversuchs. Sofern dieser scheitert, können Sie Ihre Rechte vor Gericht einklagen. Es ist durch die Implantation eines fehlerbehafteten Medizinprodukts eine erhebliche Gefahr für Ihre Gesundheit eingetreten, die bei ordnungsgemäßem Handeln zu verhindern gewesen wäre. Die Beseitigung dieser Gefahr ist für Sie mit persönlichen und finanziellen Konsequenzen und Unannehmlichkeiten verbunden, die Ihnen von den Beteiligten, die für die fehlerhaften Silikonimplantate die Verantwortung tragen, in Geld zu entschädigen sind.

Wer als Verantwortlicher und damit Klagegegner in Betracht kommt, richtet sich nach den konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles. In Betracht kommt der Arzt bzw. die Ärztin, der bzw. die Ihnen die Implantate eingesetzt hat, der Hersteller der Implantate bzw. dessen alleiniger Vertreter in Deutschland, der Lieferant des Silikongels oder auch die sogenannte „Benannte Stelle“, die die Implantate mit einer CE-Kennzeichnung versehen und damit die Freigabe zum Handel erteilt hat. Die konkrete Vorgehensweise kann erst nach genauer Prüfung der Sach- und Rechtslage entschieden werden.

 

 

 

Für die Wahrung und Geltendmachung Ihrer Rechte gegenüber den Verantwortlichen stehe ich Ihnen bundesweit zur Verfügung. Sofern Sie Fragen haben oder eine erste Beratung wünschen, sprechen Sie mich gerne jederzeit an oder benutzen Sie das Kontaktformular. Ich werde mich schnellstmöglich bei Ihnen melden.

 

Für eine erste Beratung komme ich übrigens – sofern Ihr Einverständnis besteht – gerne zu Ihnen nach Hause. Dies hat den Vorteil, dass Sie im Falle einer Rückfrage meinerseits sofort auf Ihre Unterlagen, die ich zur Prüfung der Rechtslage gegebenenfalls noch benötige, zurückgreifen können.

 

Falls Sie mich in meiner Kanzlei besuchen wollen, vereinbaren Sie gerne einen zeitnahen Termin.



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